Anwendungsbeispiel kleines Parkhaus

Für einfache Parkzählungen kann unser Datenkonzentrator PDC300 eingesetzt werden. Durch Erweiterungen wie Eingangsmodule oder Interfaces für LED Schilder und Durchfahrtssensoren lässt sich das System leicht erweitern. Hier finden Sie einige Anwendungsbeispiele ...

Fall 1: Zählung der freien Parkplätze durch eine Schrankenanlage

Als Beispielobjekt dient ein kleines Parkhaus mit zwei Ebenen und insgesamt 11 Plätzen. Die Ein- und Ausfahrt geschieht durch eine Schrankenanlage. Damit die Besucher schon vor der Einfahrt in das Parkhaus wissen, ob dort noch ein Platz verfügbar ist, soll an der Einfahrt eine Restplatzanzeige angebracht werden.

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Darstellung kleines Parkhaus

Die Realisierung dieser Problemstellung ist mit Hilfe des Datenkonzentrators und dem 8fach Eingangsmodul möglich.

Die meisten Schrankensysteme besitzen einen potentialfreien Kontakt, welcher bei jeder Ein- oder Ausfahrt geschaltet wird. Diese potentialfreien Kontakte werden mithilfe des 8fach-Eingangsmoduls auf den Datenkonzentrator geführt. Alternativ zur Schrankenanlage kann auch ein potentialfreier Kontakt eines Schleifensystems verwendet werden.

Die Restplatzanzeige wird über den RS485 Kommunikationsanschluss direkt mit dem Datenkonzentrator verbunden.

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 Anschlussschema kleines Parkhaus

 

Konfiguration des Datenkonzentrators:

Im Datenkonzentrator können intern bis zu 8 Zonenzähler frei konfiguriert werden. Im ersten Schritt werden einem Zähler die zwei potentialfreien Eingänge zugewiesen. Der Kontakt der Einfahrt soll dabei negativ auf den Zähler wirken, der Kontakt der Ausfahrt positiv.

Im nächsten Schritt wird ein Schild konfiguriert, auf welches diese Zone wirken soll. Ist dies konfiguriert, werden automatisch die aktuellen Zählerstände über die RS485 Schnittstelle an die angeschlossenen Schilder gesendet.

Im letzten Schritt wird der Zonenzähler auf den Wert der aktuell freien Parkplätze gesetzt. Nun ist die Anlage fertig konfiguriert und zeigt die aktuell verfügbaren Plätze an der Einfahrt an.

 

Fall 2: Erweiterung mit einer ebenenbezogenen Zählung

Im nächsten Schritt soll dieses System erweitert werden und nicht nur die Restplatzverfügbarkeit in der ganzen Garage, sondern pro Ebene erfasst und angezeigt werden.


Für diesen Fall muss zusätzlich die Auffahrt in die nächste Eben detektiert werden. Hier eignet sich hervorragend der Ultraschall-Durchfahrtssensor USDS300. Dieser wird über der Fahrbahn an der Decke befestigt und detektiert die durchfahrenden Fahrzeuge richtungsabhängig. Alternativ kann die Zählung auch durch Schleifen oder Schranken per potentialfreiem Kontakt erfolgen.

Hinweis: In einem Parkhaus sind meist zwei oder mehr Fahrspuren zur Ein- und Ausfahrt in die nächste Ebene vorhanden. Dort wird dann pro Fahrspur ein PUSD300 Durchfahrtssensor benötigt. Es ist nicht möglich, den Durchfahrtssensor in die Mitte zwischen zwei Fahrspuren zu montieren.

 

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USDS300 Durchfahrtssensor montiert an der Parkhausdecke

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Kleines Parkhaus mit ebenenbezogener Zählung

Der PUSD300 Durchfahrtssensor wird über ein USDS-Interface mit dem Datenkonzentrator verbunden. Die beiden Schilder werden über den RS485-Bus angeschlossen. Dabei ist nur ein Bus notwendig. Damit trotzdem beide LED-Anzeigen verschiedenen Daten anzeigen, können an den Anzeigen Adressen eingestellt werden. Dabei bekommt die Anzeige für die Ebene 1 beispielsweise die Adresse 1, die Anzeige für Ebene 2 die Adresse 2.

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Anschlussschema ebenenbezogene Zählung

Damit die Schilder korrekt angesteuert werden, muss der Datenkonzentrator konfiguriert werden.

Um die Durchfahrtsrichtungen des USDS Unterscheiden zu können, wird eine Seite des USDS mit A benannt, die andere mit B. Daraus ergeben sich die beiden Durchfahrtsrichtungen A->B und B->A. Da nun zwei verschiedene Ebenen gezählt werden, werden auch zwei Zonenzähler benötigt. Hierbei kann beispielsweise Zähler 1 für die Ebene 1 und Zähler 2 für die Ebene 2 angenommen werden.

Dem Zonenzähler 1 werden nun die relevanten Zähleingänge zugeordnet. Dabei wirkt eine Einfahrt durch die Schranke und eine Einfahrt in die Zone von der Ebene 2 aus (USDS A->B) negativ auf diesen Zonenzähler. Eine Ausfahrt durch die Schrankenanlage oder eine Auffahrt von Ebene 1 in Ebene 2 (USDS B->A) wirkt positiv auf den Zonenzähler.

Der Zonenzähler 2 für die zweite Ebene wird nur durch den USDS beeinflusst. Eine Einfahrt in die Zone durch den USDS (B->A) wirkt negativ auf diese Zone, eine Ausfahrt (A->B) wirkt positiv.

Als nächstes wird dem Schild mit der Adresse 1 der Zonenzähler 1 zugewiesen, sowie dem Schild mit der Adresse 2 der Zonenzähler 2.

Als letztes müssen die Zonenzähler auf den aktuellen Stand der freien Parkplätze gesetzt werden. Die Konfiguration ist nun beendet und das System zeigt die korrekten Zählerstände an den Anzeigen an.

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